Stephan Malter`s Erlebnis:

(Name und Ort sind dem Kloster bekannt)

Ich habe lange gesucht. Was tun, wie meine Dankbarkeit beweisen? Die Kerze in der Kirche war mir irgendwie zu wenig. Auch wenn echte Dankbarkeit mit der Größe der Geste vielleicht wenig zu tun hat. Votivtafeln wären gut gewesen, aber wo? Mein Kollege lud mich zu einer Fußwallfahrt von Langensendelbach bei Erlangen nach Gößweinstein ein. Ich habe meine Kindheit in Pottenstein verbracht, das war für mich also ein sehr schönes Ziel. Im Internet habe ich mir verschiedene Seiten angesehen. Eben Gößweinstein, aber auch Vierzehnheiligen. Meine Oma fuhr da zu ihren Lebzeiten immer wieder hin. Leider war ich persönlich noch nicht bei Ihnen. Aber ich werde sicherlich demnächst einen Besuch abstatten. Auf der Internetseite habe ich dann die Rubrik "Gebetsanliegen" gefunden und wusste: ich muss hier unbedingt ein Gebet reinschreiben. Diese Geschichte ließ mich einfach nicht mehr los. Rein physikalisch konnte das so nicht passen. Es waren "höhere" Wesen am Werk. Meine Oma hat sicherlich für mich in Vierzehnheiligen gebetet. Ich habe das Gefühl, das die Nothelfer schon sehr oft an meiner Seite waren. Gerade auch als Jugendlicher. Und IMMER wurde ich aus den versch. Situationen wundersam (wirklich) errettet. Ich habe die Geschichte sehr ausführlich beschrieben, so wie sie wirklich stattgefunden hat. Hier nun meine Geschichte:

Am 02.Januar 2007 bin ich mit meiner gesamten Familie - insgesamt vier Personen -, meine Frau Ulli, mein Sohn Maximilian und meine Tochter Anna nach Tschechien ins Riesengebirge zum Skilaufen gefahren. Wir waren lange unterwegs und kamen spät an unserem Zielort in ‚Benecko' an. Dort hatten wir uns "unbekannterweise" in eine Berghütte eingemietet. Der Schnee war an diesem Tag das erste Mal gefallen und es war (wahrscheinlich deswegen) kein Schneedienst unterwegs. Die Straße führte serpentinenartig immer weiter nach oben. Wenn man eine Serpentine hinter sich hatte dachte man, es müsse doch der Zielort erscheinen. Dem Wegweiser nach waren wir richtig. Es ging immer weiter nach oben, die Schneedecke wurde immer dicker und dichter. Jetzt erst bemerkten wir, dass wir unsere Schneeketten zu Hause hatten liegen lassen. Wir mussten aber ja weiter fahren, da es schnell immer dunkler wurde. Wir kamen in der Ortschaft ‚Benecko' an und fuhren dem Wegweiser nach zu unserer Berghütte. Den Ortsrand erreicht bemerkten wir, dass unsere Hütte also außerhalb der Ortschaft sehr weit oben auf dem Berg liegen musste und fuhren weiter nach oben. Wir kamen an einem Parkplatz mit 4,5 verstreuten Wohnhäusern an und sahen erstaunt, dass es noch weiter nach oben ging zu unserer Unterkunft. Dieses letzte Stück war besonders steil nach oben gehend. Wir hielten vor dieser Straße an und berieten uns, was wir tun sollten. Da kam ein anderer Wagen an und startete den Aufstieg. Wir beobachteten, dass er ungefähr zur Hälfte des einzusehenden Wegstückes gelangte, aber dann abbrach um rückwärts wieder herunter zu gleiten. Der Weg war anscheinend unter der Schneedecke vereist. Der Wagen fuhr weg. Wir hatten ja gute Winterreifen, also startete ich unseren 1. Versuch. Es wurden 5 daraus und wir kamen auch immer wieder nur bis zur Hälfte des Wegstückes. Nach links ging es sehr steil hinab. Es beschlich mich schon ein sehr ungutes Gefühl. Aber wie der Mensch nun leider einmal ist, und wie man eben aus dem Gedanken von "was sonst tun" handelt, versuchte ich es noch einmal und noch einmal. Wir dachten auch daran, unser Auto am Parkplatz unten stehen zu lassen und vielleicht zu Fuß hinaufzulaufen. Wir ahnten jedoch, wie sich später herausstellte zurecht, dass es zu weit zu laufen gewesen wäre. Wir standen also wieder unten und wussten nicht mehr weiter. Ich hatte die Idee den Hotelpächter anzurufen, was denn geschehen sollte. Der war auch sofort erreichbar und sagte, er würde uns mit dem kleinen Geländewagen abholen.

Das war gut, denn wir waren alle schon sehr "am Ende". Das erste rettende Geschehnis begann. Denn der Pächter erschien und nahm schon einmal meine Familie nach dem Umladen unseres Gepäcks in dem geländegängigen Wagen mit. Er ließ mir aber universale Schneeketten da, mit denen ich dann nachkommen sollte. Somit war ich nun nur noch alleine im Auto. Ich schnallte die Ketten an die Reifen und sie passten eigentlich ganz gut. Somit dachte ich, ich könne ohne weiteres jetzt hinauf fahren. Bis zu einem bestimmten Stück des Weges gelang mir das auch doch bald schon waren schreckliche hauende Geräusche an meinen Rädern zu vernehmen, dass ich am steilsten Stück gezwungen war, wirklich anzuhalten und nach der Ursache zu suchen. Ich zog die Handbremse besonders stark an und wagte nach dem Öffnen der Türe einen vorsichtigen Schritt nach draußen. Ich drückte auch ans Auto, um mich zu vergewissern, ob es nicht wegrollte. Alles schien sicher und das Auto schien sehr fest auf dem Punkt zu stehen. Ich ging also heraus und schaute mir die Ketten an den Reifen an. Die schienen nicht ganz genau angelegt zu sein und hatten sich verrutscht. Ich ging um den Wagen herum zum Rad an der Beifahrerseite und schaute auch da nach dem Rechten. Diese Schneekette hatte sich noch mehr gelöst als die andere und schlug, wie ich feststellen musste, beim Fahren an die Radkästen. Ich blickte auf und wollte gerade wieder in das Auto steigen, um mich wie alle erfolglosen Versuche davor wieder rückwärts den Abhang kontrolliert hinunter rollen zu lassen, als es ein fürchterliches Geräusch gab. Eine Art Krachen. Es hörte sich an als wären die Bremsen des Autos gelöst. Und tatsächlich fuhr der Wagen führerlos ganz langsam an. Ganz schnell rannte ich auf die Fahrerseite und versuchte einzusteigen. Jedoch wurde mir plötzlich gewahr, wie gefährlich diese Situation wurde. Eine wirklich panische Angst ergriff mich und die Situation zeigte mir in dem Moment meine ganze "Ohnmacht" ihr gegenüber. Ich konnte nichts anderes tun, und es ging eigentlich auch ganz automatisch, dass ich mich fallen lassen musste, denn die Fahrertüre stand noch offen und ich befand mich ja hinter ihr und die Türe kam auf mich durch die Geschwindigkeit des Autos zu und ich lag am Boden und die Türe schoss über meinen ganzen Körper hinweg und auch über mein Gesicht. Das Auto fuhr aber nicht rückwärts führerlos den Weg hinunter, sondern bog unglücklicherweise zum Abhang hin ab und nahm das steile Wiesenabhangstück, wo ein Auto gerade noch aufrecht fuhr ohne nach hinten zu stürzen und führte führerlos seinen Weg fort. Ich rannte wie verrückt dem Auto nach, nachdem ich ganz schnell aufgesprungen war. Aber es war schon viel zu schnell und ich merkte, dass ich nichts mehr tun konnte. Der Wagen wurde immer schneller und mit Erschrecken sah ich nun, dass das Auto auf einen Abhang zusteuerte, unter dem geradewegs ein Haus stand. Ich rief ganz laut und alles in mir erstarrte: "Mein Auto, bringt euch in Sicherheit es steuert genau auf euch zu ..."

Das Auto gewann noch mehr an Fahrt und ich sah wirklich schon vor meinem inneren Auge eine riesige Katastrophe mit einem wirklich immensen Ausmaß, das das Auto den Abhang hinunterfiel und auf das Haus und damit auch vielleicht auf die Wandergruppe, die gerade die Straße entlang kam. Doch mit einem wundersamen, absolut nicht zu erklärendem Ruck wurde das Auto mit Gewalt zum Stillstand gebracht. Vielleicht 20 Stundenkilometer schnell stand das Auto ganz plötzlich. Vielleicht drei Meter vom Abgrund entfernt und immer noch auf dem steilen Gelände. Es war wirklich unfassbar und ein Wunder: das Auto stand plötzlich da und es war gar nichts passiert. Ich lief also langsam hinunter und da kam auch schon die Wandermannschaft und lief zu mir, was denn geschehen war. Die hatten anscheinend gerade einen feuchtfröhlichen Abend hinter sich und waren sehr erstaunt und belustigt, wo sich mein Auto befand. Das Auto stand jetzt also rückwärts gerichtet vor dem Abgrund zu dem Haus, das darunter lag und mit der Motorhaube Richtung aufsteigendem Abhang, jedoch nach rechts waren es vielleicht noch 50 Meter zu dem Ausgangspunkt des aufsteigenden Weges. Das Stück dorthin war flach und gerade, obwohl Wiese darunter war. Die Wanderer schoben mit mir das Auto zurück zur Straße, verabschiedeten sich fröhlich und mit lauter Unterhaltung und verschwanden. Ich stand plötzlich wieder alleine da und mir wurde bewusst, wie knapp die Katastrophe an mir vorbei ging. Zuerst einmal hätte ja noch meine Familie im Auto sitzen können, das Auto hätte den Abgrund hinunter auf das Haus und die Wandergruppe stürzen können, ich hätte noch im Auto sitzen können, oder die Wagentüre hätte mich beim Darüberwegrasen sehr ernsthaft verletzen können. Es hätte so viel passieren können, aber auf wundersame Weise wurde alles so gelenkt, dass überhaupt nichts passiert war, sodass die Anwohner des Hauses nur verwundert des Geschreis von mir am Fenster auftauchten und von alledem nichts ahnten. Die Wanderer, die mir halfen, hätten auch Opfer sein können. Jedoch so konnte ich den Motor des Wagens anlassen, zum Parkplatz zurück fahren und das Auto stehen lassen. Die Geschichte ist aber immer noch nicht zu Ende! Stellen Sie sich vor, was später noch passierte!

Ich rief meine Familie an und berichtete. Die sagten, sie sagen dem Pächter Bescheid und er werde mich dann mit dem Geländewagen abholen. Ich war fix und fertig und wartete circa eine halbe Stunde am Wagen, als der Berghüttenwirt ankam. Ich stieg ein und wir machten uns auf zum Anstieg. Der Wagen kam die ersten Kehren auch gut voran, als plötzlich das Auto zu schlingern begann. Ich war von der vorangegangenen Geschichte wirklich panisch! Somit sprang ich plötzlich und irgendwie automatisch aus dem Wagen. Der Fahrer also noch drin. Ich stürzte, raffte mich aber wieder auf. Jetzt stand ich hinter dem Auto und wollte schieben. Er rollte langsam rückwärts, ich hatte keine Chance, ich sprang zur Seite und der Wagen glitt an mir rückwärts nach hinten unten vorbei. Ich schaute dem Fahrer in die Augen und er verschwand rückwärts um die Kurve. Ich stand plötzlich alleine auf dem Weg. Mir blieb nichts anderes übrig, als meinen Weg hinauf zu Fuß fortzusetzen. Es war ein relativ langer Fußmarsch, so circa 2 Kilometer. Ich mußte ständig an den Fahrer denken, was ist mit ihm ist? Wird er gut unten ankommen ???

Am Hotel angekommen, ging ich hinein und die Wirtin kam mir entgegen. Ich sagte, ich wäre alleine und weiß nicht, wie es ihrem Mann ginge. Es war eine endlose Stunde, als plötzlich die Türe aufging und er wohlbehalten eintrat. Er musste den Wagen auch unten am Parkplatz stehen lassen, berichtete er, und war zu Fuß hoch gelaufen. Er goss mir einen Schnaps auf den Schrecken ein und wir beglückwünschten uns, dass die Katastrophe ausblieb und auch er wie wir alle wohlbehalten in der Wirtsstube saßen. Jeder aber wusste genau, was alles passieren hätte können.

Für diese Errettungen danke ich Gott und den vierzehn Nothelfern von ganzem Herzen, die hier ganz sicher beigestanden haben!