Kommission Nothelferweg wird eingesetzt

(Hier handelt es sich um einen Artikel im Obermain Tagblatt vom 15.09.10.)



Rund 130.000 Euro soll die Anlage des neuen, so genannten „Nothelferweges“ zwischen Klosterlangheim und Vierzehnheiligen kosten. Der Wanderweg soll mit Hilfe moderner Skulpturen zur Meditation einladen und gleichzeitig eine touristische Attraktion werden. Professor Auwi Stübbe, Vorsitzender des Innovationszentrums Lichtenfels (IZL), stellte das Projekt am vergangenen Montag im Stadtrat vor.

Entstanden aus den Vorschlägen für das Leader-Programm am Obermain soll der „Nothelferweg“ unter der Regie der Stadt Lichtenfels verwirklicht werden, die auch mitfinanziert. Der Weg verlaufe zu 90 Prozent auf städtischem Gebiet und beim Rest auf Bad Staffelsteiner „Territorium“, so Kämmerer Johann Pantel. In die Planungen
ist zudem das IZL eingebunden. Stübbe legte dem Stadtrat Vorschläge ans Herz, die Pater Benedikt Grimm vom Kloster Vierzehnheiligen zum „Nothelferweg“ gemacht hat.

Der gesamte Weg sei etwa 5 Kilometer lang. Es sei ein alter Verbindungsweg zwischen Klosterlangheim und Vierzehnheiligen, der „wiederentdeckt“ werden solle. Man wolle mit diesem Weg das bestehende Wanderwegenetz durch einen „religiös-meditativen“ Aspekt bereichern, hatte es bei der ersten Vorstellung des Projekts 2008 geheißen. Geplant sei, entlang dem Weg insgesamt 15 moderne Plastiken, die vierzehn Nothelfer und eine Jesus-Figur, aufzustellen. Der Abstand zwischen den Figuren solle rund 300 Meter betragen. Sitzbänke und/oder Unterstände sollen zum Verweilen einladen. Weiterhin sei geplant, eine Schutzhütte, eventuell sogar eine Kapelle, auf halbem Wege zum Verweilen zu errichten.

In Verbindung mit dem „Nothelferweg“ müssten, so Stübbe weiter, die in Klosterlangheim vorhandenen touristischen Einrichtungen wie das Heimatmuseum „verstärkt“ und die Überreste des Klosters Besuchern „wenigstens teilweise zugänglich gemacht werden“. Stübbe betonte, dass das IZL in das gesamte Projekt bis zur Ausführung eingebunden sei. Um eine möglichst große Breitenwirkung zu erzielen und auch zur touristischen Attraktion zu werden, soll der „Nothelferweg“ in das Marketing- und Tourismuskonzept am Obermain so gut wie möglich eingebunden werden. Dazu gehöre auch, Flyer zu erstellen und ein Begleitheft mit didaktischen und geschichtlichen Informationen auszuarbeiten.

Für die Verwirklichung des ehrgeizigen Projekts werde baldmöglichst eine „Kommission Nothelferweg“ eingesetzt. Neben den bislang vorgesehenen Mitgliedern sollen, so beschloss es der Stadtrat auf Anregung des Klosterlangheimer Gremiummitglieds Norbert Fritzsche, auch zwei Vertreter aus der Landund Forstwirtschaft in die Vorbereitungen eingebunden werden. Dies sei nötig, um möglichen Problemen bei der Platzierung der geplanten Figuren entlang dem Weg vorzubeugen. Aufgabe der Kommission ist es unter anderem, diese Standorte auszusuchen, aber auch den oder die Künstler zu bestimmen, die die Figuren erschaffen. Stübbe sagte weiter, der „Nothelferweg“ mit 15 Figuren und begleitenden Maßnahmen koste etwa 130.000 Euro. Stadtkämmerer Johann Pantel erläuterte, die Stadt hoffe auf die höchste Förderung durch das Leader-Programm. Dies wären gut 40 Prozent hinaus sollen die Oberfrankenstiftung und eventuell weitere Stiftungen um einen finanziellen Beitrag angefragt werden. Mit den städtischen Eigenmitteln werde es möglich sein, die von Stübbe genannten Gesamtkosten zu finanzieren.

Stadtrat Norbert Fritzsche regte an, angesichts zu erwartender zusätzlicher Touristen die Zahl der Parkplätze am Ausgangspunkt in Kosterlangheim zu vergrößern. Monika Faber meinte, bei der Wahl der Künstler für die Plastiken solle vor allem an heimische Vertreter gedacht weden. 3. Bürgermeister Bernhard Christoph meinte, bei der Wahl der Standorte für die Plastiken müsse Rücksicht auf den ehemaligen kleinen Kreuzweg in diesem Bereich genommen werden. Der Stadtrat billigte schließlich das Konzept für den „Nothelferweg“ einstimmig.

 
Zwischen Klosterlangheim und Vierzehnheiligen, auf einem alten Verbindungsweg (weiße Linie), soll der neue „Nothelferweg“ mit 15 modernen Plastiken entstehen.
Schaubild: Stadt Lichtenfels
Zwischen Klosterlangheim und Vierzehnheiligen, auf einem alten Verbindungsweg (weiße Linie), soll der neue „Nothelferweg“ mit 15 modernen Plastiken entstehen.
Schaubild: Stadt Lichtenfels