Wenn ich dir in die Augen schaue

Maria,
wenn ich dir in die Augen schaue,
spüre ich:
Du hast auf mich gewartet.
Du kennst mich.
Du bist ganz da für mich.

Wenn ich dir in die Augen schaue,
verstehe ich:
Du weißt, was ich erlebt habe.
Du fühlst und trägst mit mir.
Du sagst dein Ja zu mir.

Wenn ich dir in die Augen schaue,
ahne ich:
Du siehst, was mir fehlt.
Du willst mich beschenken.
Du stärkst mich,
wo ich schwach bin.
Du führst mich zu deinem Sohn,
wo ich unversöhnt bin.
So wird alles gut.

Wenn ich dir in die Augen schaue,
begreife ich:
Du willst andere berühren durch mich.
Du willst ihnen begegnen durch mich.
Du sendest mich,
um ihnen Blicke der Liebe zu schenken.

Wenn ich dir in die Augen schaue,
bitte ich dich:
Lass deinen Blick auf mir ruhen.
Lass deinen Blick weitergehen
durch mich.
Lass mich die Menschen
anschauen wie du:
mit Augen voll Klarheit und Wärme.
Maria, schenk mir einen Augenblick.
Deinen Augenblick.


Josef Treutlein