Gläubige liefen für das Leitmotiv „Arbeit ist Menschenrecht“

Wallfahrt für Arbeitnehmer und Arbeitslose nach Vierzehnheiligen – Nicht mit der Spaltung der Gesellschaft in Arme und Reiche abfinden

Vielstimmig: Der Chor des Dekanats Coburg umrahmte den Gottesdienst musikalisch. 
(Foto: Andreas Welz)
Vielstimmig: Der Chor des Dekanats Coburg umrahmte den Gottesdienst musikalisch.
(Foto: Andreas Welz)

„Arbeit ist Menschenrecht“ dieses Leitmotiv stand im Mittelpunkt einer Wallfahrt für Arbeitnehmer und Arbeitslose nach Vierzehnheiligen am vergangenen Samstag mit Pfarrer Peter Fischer aus Rödental und dem Rektor der Basilika Pater Heribert Arens. Eingeladen hatte die Katholische Betriebsseelsorge Bamberg, der Diözesanverband Bamberg, das Dekanat Coburg und das Franziskanerkloster Vierzehnheiligen.

300 Gläubige beteiligt

Erstmals wurde die Wallfahrt mit der Dekanatswallfahrt aus Coburg verbunden. Rund 300 Gläubige machten sich auf den Weg von Untersiemau zum heiligen Berg, wo sie sich mit den weiteren Teilnehmern der Wallfahrt unterhalb der Basilika vereinigten. Pfarrer Fischer eröffnete den Pilgerzug am Seubelsdorfer Kreuz zu den Schlägen einer Mahnglocke mit den Worten: „Ermutige uns auf dem Weg nach Vierzehnheiligen und gewähre uns schließlich, dass wir sicher das Ziel unser irdischen Pilgerfahrt erreichen“. Auf dem gemeinsamen Weg zur Basilika wurden an fünf Stationen die Sorgen und Nöte der Menschen in der Arbeit und in Arbeitslosigkeit durch Betroffene in Gebeten und Meditationen thematisiert und eine Vision einer gerechten Welt entwickelt.

Umverteilungsdebatte gefordert

„Wir wollen uns nicht mit der Spaltung der Gesellschaft in Arme und Reiche abfinden“, unterstrich Betriebsseelsorger Norbert Jungkunz aus Bamberg an der ersten Station. Die Ungleichheit nehme weiter zu.

„Die Finanzeliten haben die Hand auf den gesellschaftlichen Schlüsselpositionen und bestimmen das Schicksal der Arm- und Ohnmächtiggemachten“, sagt er und fügte hinzu: „Wir fordern eine umfassende Umverteilungsdebatte in unserem Land.

An der zweiten Station wollte eine Gruppe der Arbeitslosenberatungsstellen im Erzbistum die Würde der Ausgeschlossenen verteidigen. Ihr Appell: „Wach auf leblose Christenheit, damit Weihnachten, Ostern und Pfingsten nicht deinen Bauch, sondern dein Herz füllen. Jeder Christ ist berufen, Gottes Werkzeug zu werden, damit aus einer Welt der Märkte, eine Welt der Menschlichkeit und der Versöhnung werde“. Die Katholische Arbeitnehmerbewegung trat an der dritten Station für ein sinnvolles Leben statt Globalisierung und Gleichgültigkeit ein.

Mensch hat Vorrang

An der vierten Station beschworen die Mitglieder des DGB-Oberfranken den Vorrang des Menschen vor einer einseitig am Profit orientierten Wirtschaft. Auf deutscher und europäischer Ebene müssen Arbeitnehmer und ihre Interessenvertretung an unternehmenspolitischen Entscheidungen beteiligt sein. Gemeinsam mit den Gläubigen aus Coburg beteten sie an der fünften Station ein Vaterunser.

Die Eucharistiefeier in der Basilika eröffnete der Coburger Dekan, Roland Huth, mit dem Kyrieruf: „Die Frohbotschaft unseres lebendigen Gottes ist eine Geschichte der Solidarität Gottes mit uns Menschen und allem was lebt. In der Sprache der Bibel heißt Solidarität „Ich bin da‘“.


(Artikel von Andreas Welz vom 28.09.2014 im Obermain Tagblatt)