Gott suchen kann ich auf vielen Wegen,
finden werde ich ihn dort, wo ich liebe.  

Christa Carina Kokol

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Geistliche Impulse

Zweite Fastenpredigt in der Basilika Vierzehnheiligen

Der evangelische Pfarrer Matthias Hagen hielt die zweite Fastenpredigt in der Basilika Vierzehnheiligen. Als Thema wählte er „Von der Angst zum Vertrauen“, das auch Martin Luthers neuen Weg im Glauben bestimmte.

Fastenpredigten in der Basilika Vierzehnheiligen

Der evangelische Geistliche von der Dreieinigkeitskirche in Bad Staffelstein knüpfte mit seiner Predigt an die Thematik der Reformation an, die vor 500 Jahren in Wittenberg begann. Die Unwissenheit über die Konfession der anderen ist ein wichtiger Aspekt des Jubiläumsjahres, das auch in den Fastenpredigten deutlich wird.

Pfarrer Hagen fand gleich zu Beginn Zugang zu den katholischen und evangelischen Christen als er seine eigene Kindheit in Erinnerung rief. „Du warst doch so ein Ängstlicher“, hätte sein Vater gesagt und rührte damit etwas an, was noch heute sein Herz und seine Seele berühre. Angst sei ein Warnsignal, das eine ganz wichtige Schutzfunktion für das Überleben und die Gesundheit des Menschen und der Gesellschaft ausübe.

Auch Martin Luther sei von Ängsten geplagt, hin und hergerissen von Zweifeln und Tiefgläubigkeit, von Fröhlichkeit und Traurigkeit. Damit geselle sich der Reformator zu uns. „Aber ich erkenne in meinem Martin Luther heute keinen Weltveränderer, keine historische großartige Gestalt, kein Held und schon gar kein Kirchengründer“, sagte Pfarrer Hagen. Er sei ein einfacher Mensch gewesen, getrieben von Furcht, geplagt von Fragen, rast- und ruhelos auf der Suche nach Gott, nach sich selbst, nach einem guten und gelingendem Leben.

Etwas, was er mitten im verzweifelten Suchen entdeckt und getröstet habe, sei die Erkenntnis: „Ich bin Gott recht“. Das sei eine lebensverändernde Wende, eine Neuausrichtung als Lebensbasis, etwas das ihn getröstet habe und vor allem befreit habe aus allen Fesseln der Angst, davon war der Pfarrer überzeugt. „Ich bin Gott recht, wie und wer ich auch bin“, war seine Erkenntnis. Nur eine einzige Bedingung sei damit verknüpft: Man muss an diese Liebe und Zuwendung glauben, sagte der Prediger. Glaube sei kein Dogma oder konfessionelles Regelwerk sondern vor allem Vertrauen. Vertrauen nicht als etwas, worum sich die Konfessionen manchmal so kleinkariert und weltfremd streiten. Vertrauen auf Gott, auf sich selbst, in die Mitmenschen, Vertrauen in die Welt auch wenn eine vertrauende Lebenshaltung riskant ist.

Der evangelische Pfarrer Matthias Hagen hielt die zweite Fastenpredigt in der Basilika Vierzehnheiligen.
Der evangelische Pfarrer Matthias Hagen hielt die zweite Fastenpredigt in der Basilika Vierzehnheiligen.

Pfarrer Hagen zitierte den Theologen, Psychoanalytiker, Schriftsteller und suspendierten Priester Eugen Drewermann, den er als Kämpfer gegen die Angst hoch schätze. Er fordere die Christen in diesem ökumenischen Jahr auf: „Besinnt euch auf euch selbst. Nehmt euch wirklich ernst. Es geht um das Invidium, es geht um Angst, es geht um Vertrauen“. Pfarrer Hagen fügte hinzu: „Kämpft für Vertrauen in den liebenden Gott und für diese Welt und ihre Menschen, so sind wir gemeinsame Kirche oder wir sind gar nicht“.

Der Franziskanerpater Bernhard Braun, der die Gläubigen in der Basilika begrüßte, erinnerte an das Passionssingen am Sonntag, 19. März, die weiteren Fastenpredigten am 26. März und 2. April, jeweils um 14 Uhr.


Text und  Bilder: Andreas Welz