Gott suchen kann ich auf vielen Wegen,
finden werde ich ihn dort, wo ich liebe.  

Christa Carina Kokol

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März 2017
Geistliche Impulse

Ein Pilger bin ich auf Erden

Dieses Wort aus dem „thesaurus proverbiorum medii aevi“ steht über der Wallfahrt nach Vierzehnheiligen im Jahr 2009. Es greift eine grundlegende Einsicht in das menschliche Leben auf: Wir sind Pilger und Fremdlinge auf der Erde zwischen Geburt und Tod. Wir haben hier keine bleibende Stätte, unsere Heimat ist im Himmel (vgl. Phil 3,20). Die Wallfahrt ist eine Lebensschule, die uns wichtige Einsichten vermittelt und wichtige Fragen stellt.

wandrer

Wer sich als Pilger auf den Weg macht, muss aufbrechen, er kann nicht alles mitnehmen, was er daheim benützt. Der Pilger muss loslassen können, unterscheiden zwischen dem, was wichtig ist, dem, was wünschenswert ist und dem, was überflüssiger Ballast ist.

Wer sich als Pilger auf den Weg macht, der hat ein Ziel, Santiago oder Altötting oder Vierzehnheiligen. Ohne Ziel wäre der Weg ein Torso, ein Unsinn. Vom Blick auf das Ziel her sind die Strapazen erträglich. Sie sind der schmerzhafte Preis für jene tiefe Freude, jenes Glücksgefühl, das die Pilger beim Einzug am Wallfahrtsort spüren.

Wer sich als Pilger zusammen mit anderen auf den Weg macht wird bald merken, wie man aufeinander angewiesen ist und Rücksicht nehmen muss. Notfalls wird einer dem anderen seine Last abnehmen. Nicht der Schnellste bestimmt das Tempo, sondern der Langsamere. Eine wahrhaft menschliche Gesellschaft erkennt man daran, wie sie mit ihren schwächsten Gliedern umgeht.

 
betenfüßen
 

Wer sich als Pilger auf den Weg macht, wird mit anderen teilen lernen: Speise und Trank, Medikamente, Sitzbänke und Schlafräume, Gebet und Schweigen, Erinnerungen und aktuelle Erfahrungen, Trauer und Angst, Freude und Hoffnung. Selbst Wunden und Kopfschmerzen führen zusammen, signalisieren dem Einzelnen: Du gehörst dazu, du bist nicht allein.

Wer sich als Pilger auf den Weg macht, muss sich vorher über den Weg informieren, über gefährliche Strecken, über Wetter und Unterkunftsmöglichkeiten. Wer einfach darauf losläuft, dem kann es passieren, dass er den Weg verfehlt. Wohl dem, der dann die Freiheit hat, umzukehren.

Wer sich als Pilger auf den Weg macht, nimmt sich auch Zeit, ungewohnte aber wichtige Fragen zuzulassen: Was belastet mich? Wer ist mit mir unterwegs, hier und überhaupt? Wie gehen wir miteinander um? Welches Ziel habe ich? Welche Rolle spielt der Glaube an Gott auf meinem Lebensweg? Es ist nicht selten, dass eine Wallfahrt zu einer ausgesprochenen Gnadenzeit wurde und dass jemand als neuer Mensch heimkehrte.

Ein Pilger bin ich auf Erden! Der eucharistische Gottesdienst am Wallfahrtsort nährt den Pilger mit dem Brot des Lebens, mit der „Wegzehrung“: Wer von diesem Brot isst, wird leben in Ewigkeit: Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen… Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. (Joh 14,2 f).


P. Benedikt Grimm

Rektor der Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen


Wallfahrtsservice der Internetredaktion der Diözese Würzburg

http://www.wallfahrtsservice.de/bwo/dcms/sites/bistum/glauben/wallfahrtsportal/wallfahrtsservice/index.html


Warum berührt die Menschen die Ankunft am Wallfahrtsort so stark? Eine Antwort von Professor Dr. Michael Rosenberger

http://www.wallfahrtsservice.de/bwo/dcms/sites/bistum/glauben/wallfahrtsportal/wallfahrtsservice/nachgefragt/faq_januar_februar09.html