Gott suchen kann ich auf vielen Wegen,
finden werde ich ihn dort, wo ich liebe.  

Christa Carina Kokol

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Geistliche Impulse

"Du zeigst mir den Pfad zum Leben"

(Ps 16)
Leitwort im Wallfahrtsjahr 2015
in Vierzehnheiligen

 
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"Du zeigst mir den Pfad zum Leben"

Eine Schulklasse besucht eine alte, verwitterte Kirche. Über dem Portal ist ein Satz eingemeißelt, gut zu lesen – bis auf das letzte Wort: Da steht nur noch ein Buchstabe:

„Wer an mich glaubt, der wird l....“

Die Lehrerin fragt ihre Schüler, welches Wort da gestanden hat. Die Frage regt die  Fantasie der Schüler an: „laufen – lernen – lachen – loben – lieben – leiden“. Ohne es zu ahnen, deuten sie mit ihren Antworten das Wort „leben“, denn alle diese l-Worte sind Pfade zum Leben:

Wer glaubt, der wird laufen

„Geht!“, sagt Jesus seinen Jüngern. Und sie liefen bis an die Grenzen der Erde, um die frohe Botschaft weiter zu sagen. Christen machen sich auf den Weg, gehen zur Kirche, besuchen Kranke, laufen zur Wallfahrt.

Wer glaubt, der wird lernen

Sein Leben lang lernt der Mensch. Das Kind lernt laufen, lieben, hoffen, vertrauen,  beten. Du lernst bis ins hohe Alter. Wer aufhört zu lernen, erstarrt.

Wer glaubt, der wird lachen

Hat der Christ gut lachen – oder lachen andere über ihn? Grund seines Lachens ist die Frohbotschaft: „Du bist Gottes geliebtes Kind.“ Gott begleitet dein Leben, er verzeiht deine Schuld, er weckt Hoffnung auf Auferstehung und Leben.

Wer glaubt, der wird loben

Unser Gebetbuch heißt „Gotteslob“. Der Christ steht staunend vor Gottes wunderbarer Schöpfung. Er entdeckt in seinen Mitmenschen die guten Seiten. Er weiß um den liebenden Gott. Er hat Grund, Gott zu loben. Loben ist ein Ausdruck des Glaubens.

Wer glaubt, der wird lieben

Christen sind Menschen, die Gott mit seiner Liebe angesteckt hat. „Seht, wie sie einander lieben!“ Gott lieben, den Nächsten lieben, mich selbst lieben: Das sind Haltungen, die aus dem Glauben wachsen.

Wer glaubt, der wird leiden

Dem Glaubenden bleibt Leiden nicht erspart: Leiden an der unerlösten Schöpfung, an der eigenen Begrenztheit, an einer Kirche mit vielen Menschlichkeiten, an Gott, der oft so fern scheint. Der Christ hat in Jesus einen leidenden Gott an seiner Seite. Das lässt im Leiden hoffen.


Natürlich weiß jeder, was über dem Portal gestanden hat:

Wer an mich glaubt, der wird leben.

Trotzdem sind die Antworten der Schüler richtig, denn laufen, lernen, lachen, loben, lieben, leiden: Das sind Wegweiser, die uns den Pfad zum Leben zeigen.


GEBET

Gott, du willst mir auf dem Weg begegnen:
als Fremder, solange ich blind bin,
als Wegbegleiter, der mit mir geht,
als Wegweiser, an dem ich mich orientieren kann,
als Wegkreuzung, an der ich mich entscheiden muss,
als Wort, das mich ermutigt, neue Wege zu gehen,
als Freund, den ich einladen kann zu bleiben,
als Zeichen, an dem ich meinen Weg ausrichten kann.

(nach Peter Müller)