Gott suchen kann ich auf vielen Wegen,
finden werde ich ihn dort, wo ich liebe.  

Christa Carina Kokol

Gottesdienst Termine

Monats-Schaukastenplakat

April 2017
Geistliche Impulse

Texte zum Nachdenken Nr.121

Ich denke mir oft, dass ich vor der Geburt von meiner Mutter umgeben war, in ihrem Leib, ohne sie zu kennen. Dann brachte sie mich zur Welt, und ich kenne sie nun und lebe mit ihr. So, glaube ich, sind wir als Lebende von Gott umgeben, ohne ihn zu kennen. Wenn wir sterben, werden wir ihn erfahren, so wie das Kind seine Mutter, und mit ihm sein. Warum soll ich den Tod fürchten?

Zu einem Mönch kamen eines Tages mehrere Europäer, die ihn fragten: "Was für einen Sinn siehst du in der Stille?" Der Mönch war gerade mit dem Schöpfen von Wasser aus einer tiefen Zisterne beschäftigt. Er antwortete lächelnd seinen Besuchern: "Schaut in die Zisterne! Was seht ihr?" Die Europäer blickten in die tiefe Zisterne. "Wir sehen nichts." Nach einer kurzen Weile forderte der Mönch sie erneut auf: "Schaut in die Zisterne! Was seht ihr?" Die Leute blickten wieder hinunter. "Ja, jetzt sehen wir uns selber!" Der Mönch sprach: "Schaut, als ich vorher Wasser schöpfte, war das Wasser unruhig. Jetzt ist das Wasser ruhig. Das ist die Erfahrung der Stille. Man sieht sich selber!"

 

aus Carl Zuckmayer: Der Rattenfänger