Gott suchen kann ich auf vielen Wegen,
finden werde ich ihn dort, wo ich liebe.  

Christa Carina Kokol

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März 2017
Geistliche Impulse

40-jähriges Priesterjubiläum von P. Bernhard Braun am 27. Juli 2008

Sein schönstes Altarbild ist das Alpenpanorama Porträt  P. Bernhard Braun feierte am Sonntag, 27.07.08, in Vierzehnheiligen das 40. Jubiläum seiner Priesterweihe.

 
Bernhard
 

„Es geht oft nur um Macht“ , sagt P. Bernhard, „ich stehe manchmal vor Geheimnissen und vor dem Rätsel, warum Menschen sich gegenseitig das Leben zur Hölle machen.“ In seiner 40-jährigen Praxis als Seelsorger hat der Geistliche vieles erlebt. Er blickte in Abgründe, hatte oftmals auch Grund zur Freude. Der 68-Jährige ist ein Menschenfreund geblieben: „Wir müssen die Menschen lieben, nicht weil sie gut sind, sondern damit sie gut werden“, zitiert er lächelnd ein Wort von Augustinus. Sich Zeit lassen, Ziele haben und einander vergeben, sind Maximen seines Denkens und Handelns.

In seiner Arbeit als Geistlicher sei er nie zu sehr an Fehlern und Schwächen der Menschen hängen geblieben, sondern habe sich immer daran orientiert, dass jeder Mensch einen guten Kern habe, sagt er. Es gehöre zu seinem Verständnis des christlichen Menschenbildes, den Einzelnen so anzunehmen, wie er ist: „Mag ein Mensch noch so tief gefallen sein – Gott liebt ihn.“

 

Lernen, wie wertvoll Zeit sein kann

Die Seelsorge sei ein Geben und Nehmen. „Ich habe viel geschenkt bekommen von schwer kranken Menschen, die ihr Leiden trugen und aufs Kreuz schauten“, resümiert P. Bernhard. Seine Aufgabe als Geistlicher ( „Ich würde jederzeit wieder Priester werden!“ ) sei für ihn eine Berufung gewesen. „Den Menschen Hoffnung machen, sie ermutigen – diese vielfältige Tätigkeit ist für mich faszinierend“ , sagt er.

Von einer krebskranken Frau habe er erfahren können, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Sie sah das Leben mit anderen Augen. Die Todkranke schätzte die Zeit, die ihr noch bleiben würde, ganz anders ein als ein Gesunder. P. Bernhard weiß, welche Formen des menschlichen Leids es gibt und wie man damit umzugehen hat. Neben dem echten Leid verblassen viele Wehwehchen, die oft unseren Alltag vergällen. Nicht umsonst sagt man: Die Leiden der Gesunden sehend lächelt der Kranke.

 

Mitfühlen ja, mitleiden nein.

P. Bernhard ist ein fröhlicher Mensch, der leisen Humor schätzt. In seiner Jugend spielte er begeistert Fußball; das Hobby des Bergsteigens ist ihm bis heute geblieben. „In meiner guten Zeit“ , erinnert er sich, „habe ich Viertausender gemacht.“ Seinen Urlaub verbringt er noch immer gern in den Alpen und kraxelt über Klettersteige. Das Schwindelgefühl kennt er nicht. Sein Rat an den alpinistischen Laien klingt sogar ein wenig theologisch: „Sie dürfen nicht runterschauen, Sie müssen raufschauen.“

„In der Schöpfung dem Schöpfer begegnen“ – dieses Wort schätzt P. Bernhard sehr, und von einem Papst sei der Satz überliefert: „Es gibt viele Wege zu Gott, einer führt über die Berge.“ Nie vergessen werde er seinen „höchsten Gottesdienst unter freiem Himmel“ , als er auf der Drei-Herren-Spitze (man beachte die Symbolik der Dreifaltigkeit) in 3500 Metern Höhe die Messe las: „Mein Altarbild war der Berghintergrund.“

 

Das Leben hat Sinn und es gibt ein Ziel

Und eine Botschaft der Hoffnung habe er schließlich auch zu überbringen: „Dass das Leben einen Sinn hat und dass es ein Ziel gibt.“ Auf die Nachfrage, was er denn unter diesem Ziel verstehe, antwortet er mit einem wissenden Lächeln: „Ein Leben mit Gott, das auf Erden beginnt, geht weiter in Gott, in ewiger Freude, an einem Ort, den wir gemeinhin Himmel nennen – bei Gott und den Heiligen.“

Das mag theoretisch klingen, doch P. Bernhard macht deutlich, dass es für jeden Menschen wichtig ist, ein Ziel zu haben und einen Sinn im Leben zu sehen. Dann nämlich lasse sich vieles besser schaffen und ertragen. Praktisch setzt P. Bernhard seinen Glauben um, indem er täglich eine Stunde betend „über Berg und Tal zur Hohen Eller“ geht. Im Gebet bittet er dabei für jene Leute, die sich ihm anempfohlen haben.

 

Ein Ziel haben, festhalten und erreichen

Ein Ziel haben im Leben. Beim Bergsteigen ist der Gipfel das Ziel. Um dieses Ziel zu erreichen, nimmt man einige Strapazen auf sich. Gern gibt man von seiner Zeit, um dieses Ziel zu erreichen. Man darf es nur nicht aus den Augen verlieren. Welche Ziele hat Pater Bernhard? „Ich wünsche mir, noch lange so weiterarbeiten zu können wie jetzt“, antwortet er nach kurzer Pause. Ja, und eine Reise ins östliche Kleinasien würde ihn reizen, um dort nach den Spuren des Apostels Paulus zu suchen.

Am Sonntag, 27. Juli, feierte P. Bernhard in der Basilika das 40. Priesterjubiläum. Der Gottesdienst begann um 10.30 Uhr. Hier schließt sich ein Kreis: Prediger war P. Benedikt Grimm – der vor 40 Jahren bereits P. Bernhards Primizprediger gewesen ist.


 
Bernhard
 

Lebenseckdaten  


1940 Geburt in Kleinostheim.

1962 Eintritt ins Noviziat der Franziskaner in Dietfurt mit fünfjährigem Theologiestudium.

1968 Priesterweihe am 21. Juli in Fulda.

1969 bis 1985 Kaplan und Pfarrseelsorger in der Bamberger Pfarrei St. Heinrich.

1985 bis 2004 Verschiedene Priestertätigkeiten; unter anderem Guardian des kleinen Klosters in Pfreimd und Pfarrseelsorger in Freystadt.

Seit 2004 Walfahrtsseelsorger in Vierzehnheiligen; zudem Kirchenführer in der Basilika und Schwestern-Beichtvater für Burgkunstadt.


(Dieser Artikel stammt von Matthias Einwag vom Fränkischen Tag)