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1. Fastenpredigt in Vierzehnheiligen

Schwester Katharina Horn war Fastenpredigerin am vergangenen Sonntagnachmittag bei der fastenzeitlichen Vesper in der Basilika Vierzehnheiligen
Datum:
Veröffentlicht: 9.3.25
Von:
Gerd Klemenz

Dieses Jahr befassen sich die Fastenpredigten in den nächsten Wochen mit den Hoffnungsträgern aus der Verwandtschaft Jesus. In der Basilika in Vierzehnheiligen findet man gleich vier dieser Hoffnungsträger. Beim Blick auf den Hochaltar fallen vier große Figuren auf, die wichtige Persönlichkeiten darstellen. Man kann schnell herausfinden, dass es sich damit um David, Josef, Joachim und Zacharias handelt.

Die Geschichten von David sind vielen Menschen bekannt. Sprichwörtlich ist die Erzählung vom Kampf des kleinen David gegen den großen Goliath geworden. Es ist spannend, sich diesen David einmal genauer anzuschauen. So hielt am Sonntagnachmittag Schwester Katharina Horn aus Vierzehnheiligen die erste Fastenpredigt des Jahres, im dem sie sich mit „diesem“ David unter dem Motto „Stammvater König David: Hoffnung auf den Messias“ befasste.

Schon zu Lebzeiten war David ein Hoffnungsträger, sagte sie. Sein Geschick als Krieger verhalf ihm, dass die Menschen sich von ihm Rettung erhofften. Gleichzeitig ist auch die sanfte Seite von ihm überliefert und vor allem seine Vertrautheit mit Gott. Das erste Mal hört man in der Bibel von David, als Samuel den Auftrag bekommt, sozusagen prophylaktisch den Nachfolger von König Saul zu salben. Als David Goliath gegenübertreten wird, lässt Saul ihm seine eigene Rüstung anlegen. Doch diese ist David viel zu groß und macht David bewegungsunfähig. „David zieht die Rüstung Sauls aus und legt sozusagen die Rüstung Gottes an. Er verlässt sich auf seine Erfahrung als Hirte und auf den Schutz des lebendigen Gottes.

Gerade letzteres ist das, was ihn überhaupt motiviert hat, sich zu diesem waghalsigen Unternehmen zu melden. Als er zum Heer kam, konnte er gar nicht verstehen, warum sie so kleinmütig gegenüber den Philistern sind“, so die Fastenpredigerin. Nach dem Sieg über Goliath bleibt David bei Saul. Sein Harfenspiel vertreibt die immer wiederkehrende Depression des Königs. David ist auch auf dem Schlachtfeld erfolgreich – erfolgreicher als Saul. So kommt es schließlich zum offenen Bruch zwischen Saul und seinem designierten Nachfolger. Als Saul schließlich im Kriegseinsatz stirbt, übernimmt David die Königswürde. Er versteht das Königsamt auch als Hirtenamt. „Die Figur des Davids hier in der Basilika zeigt einen jungen König. Er trägt mehrere goldfarbene Insignien, die uns die Figur des David näherbringen“ erzählte die Schwester und beschreibt diesen Hoffnungsträger, der mit goldene Krone, Zepter und Harfe beim Hochaltar steht. David war ein Mensch mit Licht- und Schattenseiten. Doch immer wieder fand er seine Beziehung zu Gott. Wir dürfen an diesen krummen Wegen voller Hindernisse auch unser Leben orientieren.

Mit König David verbinden wir oft den mutigen Jungen mit der Steinschleuder, der den riesigen Goliat besiegte, oder auch einfach nur die große Vorbild-Figur des ersten Testamentes: „So einen wie ihn brauchen wir wieder“. So redeten die Menschen und beschrieben ihre Hoffnung auf den Messias. Doch dieser David war vielschichtiger. Und vor allem, er war nicht perfekt. An David sehen wir die Barmherzigkeit und die Liebe Gottes. Auf diese Weise ist David auch ein Hoffnungsträger bis in die heutige Zeit. „Der pilgernde Schritt der Davidsfigur am Hochaltar mag uns gerade in diesem Heiligen Jahr eine Erinnerung sein, dass wir mit unseren eigenen Licht- und Schattenseiten, unseren Blick zu Gott wenden und uns ihm und seiner Liebe anvertrauen und selbst Pilgernde mit Hoffnung sind“, so Schwester Katharina zum Schluss.