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Ökumenische Segensfeier zum Valentinstag

Pater Maximilian segnet ein Paar am Gnadenaltar am vergangenen Sonntagnachmittag beim ökumenischen Segnungsgottesdienst.
Datum:
Veröffentlicht: 15.2.26
Von:
Daniel Reitz

Zur ökumenischen Segensfeier anlässlich des Valentinstags, hatten die Franziskaner, die St.-Franziskusschwestern von Vierzehnheiligen sowie die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bad Staffelstein-Herreth in die Basilika Vierzehnheiligen eingeladen. Rund 400 Paare folgten dem Motto „Bei der Liebe hat immer Gott seine Hand im Spiel“ und kamen auf den heiligen Berg.

Der Valentinstag erinnere jedes Jahr daran, welches Geschenk Ehe, Freundschaft und Partnerschaft seien, betonte Guardian Pater Maximilian zu Beginn des Gottesdienstes. „Die schützende und heilende Hand Gottes soll uns in diesem Gottesdienst und durch unser Leben führen. Eine schützende Hand für Paare wird der Legende nach auch dem heiligen Valentin zugesprochen“, sagte er. Gemeinsam mit Pater Bernhard, Schwester Alexia und Pfarrerin Raphaela Holzinger gestaltete er die Feier. Schwester Alexia gab meditative Impulse zum Thema „Wofür man Hände braucht“. Pfarrerin Raphaela Holzinger griff in ihrer Predigt das Bild eines besonderen Ortes in Hamburg auf: das Chocoversum, ein interaktives Schokoladenmuseum. „Ohne Ende quillt dort warme, flüssige Schokolade von einer Öffnung über mehrere Ebenen hinunter. Dieser Schokoladenbrunnen erinnert mich an einen unerschöpflichen Brunnen der Liebe Gottes“, sagte sie. Die Liebe fließe von Gott zu Jesus, von dort zu den Jüngern und weiter zu allen Menschen – scheinbar ohne Ende und im Überfluss. Niemand müsse neidisch sein, denn „es ist genug für alle da“. Wer sich als Teil dieses Liebesbrunnens verstehe, mache anderen „den Mund wässrig“ auf eine Welt, in der das „Du“ mehr zähle als das „Ich“. Zugleich verschwieg Holzinger nicht die Herausforderungen. Auch unter Christen sei das Band der Liebe kein Selbstläufer. Liebe gelinge nicht automatisch oder gar perfekt. Sie könne stärken, aber auch verletzt oder missbraucht werden. „Liebe ist nicht der Bereich, in dem Freiheit oder gar Grenzüberschreitungen einfach dazugehören – auch wenn wir von grenzenloser Liebe sprechen“, betonte sie. Gottes Gebote seien keine Einengung, sondern ein Schutzraum für die Liebe. Sätze wie „Du liebst mich doch“ könnten bitter klingen, wenn sie nur dazu dienten, eigene Interessen durchzusetzen. Mit Blick auf Jesu Wort „Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe“ sagte sie: „Ja, Liebe lässt sich nicht verordnen – und doch heißt es: Du sollst lieben. Das ist dein Auftrag.“ Abschließend bat sie: „Gott, gib uns von deinem Schokoladenbrunnen der Liebe – wir brauchen sie“. Höhepunkt der Feier war die persönliche Segnung der Paare am Gnadenaltar. Hand in Hand traten sie nach vorne und ließen sich für ihre Ehe oder Partnerschaft segnen. Manche blickten auf viele gemeinsame Jahre zurück, andere standen noch am Anfang ihres Weges. Sichtlich bewegt beteten und sangen sie mit und sagten gewissermaßen noch einmal „Ja“ zueinander. Als Zeichen der Wertschätzung erhielten sie eine kleine, liebevoll gestaltete Geschenkbox mit persönlicher Botschaft. Musikalisch bereicherte Regionalkantor Georg Hagel die Feier mit einer fantasievollen Orgelmeditation. Die ökumenische Segensfeier stärkte die Paare und setzte ein Zeichen: Ein gutes Wort, ein Strauß Blumen und geschenkte Aufmerksamkeit – nicht nur am Valentinstag – tun jeder Beziehung gut.

INFOBOX: Valentin, hat im 3. Jahrhundert gelebt. Er soll ein armer und beliebter Priester gewesen sein, der an einem 14. Februar als Märtyrer starb, weil er nicht zum alten Glauben an die Götter Roms zurückkehren wollte und dies mutig den römischen Kaiser gegenüber kundgetan hat. Der heilige Valentin wurde recht bald von den früheren Christen verehrt und in verschiedensten Anliegen angerufen. So galt er unter anderem als Patron der Verliebten und Brautleute. Vermutlich deshalb, weil er – so sagt die Legende – einem verliebten Paar zur Flucht und damit gegen den Willen der Eltern, auch zur Ehe verhelfen hat.