50. Priesterjubiläum Pfarrer Josef Treutlein in Vierzehnheiligen

Vierzehnheiligen: In der päpstlichen Basilika, auf dem „heiligen Berg“, hat Pfarrer i. R. Monsignore Josef Treutlein am Samstagvormittag sein goldenes Priesterjubiläum gefeiert. Zahlreiche Gläubige, Wegbegleiter, Mitbrüder aus den Diözesen Würzburg und Bamberg sowie der Schönstatt Priestergemeinschaft kamen zusammen, um dem Jubilar zu gratulieren und gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Der Jubilar wurde 1951 in Bad Königshofen im Grabfeld geboren und am 27. Juni 1976 von Bischof Josef Stangl in Würzburg zum Priester geweiht. Nach seiner Pensionierung zum 1. November 2023 lebt Treutlein nun in Kloster Banz und ist weiterhin als Ruhestandsgeistlicher im Seelsorgebereich „Gottesgarten“ sowie auf dem Marienberg tätig. Zu Beginn des festlichen Gottesdienstes zog Kirchenschweizer Daniel Reitz gemeinsam mit Ministranten, Priestern und dem Würzburger Weihbischof Paul Reder vom Franziskanerkloster in die Basilika ein. Begleitet vom Organisten Johannes Grötzner mit feierlichem Orgelspiel sowie vom Chorgesang des ehemaligen Kammerchors am Käppele zelebrierte Treutlein die Eucharistie selbst am Gnadenaltar. Die Festpredigt hielt Weihbischof Reder, der das 50-jährige Wirken des Jubilars in einen geistlichen Zusammenhang stellte. Ein Priesterjubiläum lade dazu ein, auf den zurückgelegten Weg zu blicken, eröffne aber zugleich eine Perspektive nach vorn, betonte der Weihbischof. Im Mittelpunkt seiner Predigt stand das biblische Wort an den heiligen Josef: „Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter.“ Diese Aufforderung sei mehr als ein äußerer Auftrag – sie stehe für den Glauben, aufzubrechen und sich immer wieder neu senden zu lassen. „Steh auf“ sei ein durchgängiger Ruf Gottes in der Bibel, der Menschen zum Handeln bewege. Auch am Beginn jedes priesterlichen Weges stehe die bewusste Antwort: „Hier bin ich.“ Dieses „Adsum“ sei Ausdruck der Bereitschaft, sich ganz in den Dienst Gottes zu stellen. „Lieber Josef, du hast dieses ‚Hier bin ich‘ nicht nur gesprochen, sondern über Jahrzehnte hinweg gelebt“, würdigte Reder den Jubilar. Mit Blick auf Treutleins Lebensweg erinnerte der Weihbischof an dessen vielfältige Stationen – vom Kaplan über verschiedene Pfarrstellen bis hin zu seinem Wirken als Rektor des Würzburger Käppele. Besonders hob er den „marianischen“ Stil des Jubilars hervor: Treutlein habe Menschen stets über Maria zu Christus geführt. Ein prägendes Beispiel dafür sei der Fränkische Marienweg, den Treutlein seit 2002 entscheidend mitgestaltet habe. Mit einer Länge von über 2000 Kilometern verbindet er rund 90 Wallfahrtsorte in Franken und lädt dazu ein, Glauben neu zu entdecken. „Aufbruch nach außen und Vertiefung nach innen“ – dieser Gedanke präge sowohl den Pilgerweg als auch das priesterliche Wirken des Jubilars. Der priesterliche Dienst, so Reder weiter, sei Teilhabe an der Liebe Christi. In den Sakramenten werde diese Liebe erfahrbar und führe Menschen immer wieder neu in die Gemeinschaft mit Gott. Dabei gehe es nicht um persönliche Leistung, sondern um die Bereitschaft, sich als Werkzeug Gottes verstehen zu lassen. Am Ende des Gottesdienstes wurde deutlich, wie viele Menschen Treutlein über Jahrzehnte hinweg begleitet und verbunden hat. Die große Zahl der Mitfeiernden war Ausdruck dieser Verbundenheit. Mit Dankbarkeit blickte die Gemeinde auf 50 Jahre priesterlichen Dienst zurück – verbunden mit der Zuversicht, dass dieser Weg auch künftig Frucht tragen wird.
INFOBOX:
Der 1951 in Bad Königshofen im Grabfeld geborene Priester Josef Treutlein wurde am 27. Juni 1976 in Würzburg von Bischof Josef Stangl geweiht. Nach Kaplansstellen in Untersteinbach und Schweinfurt-Heilig Geist war er von 1980 bis 1984 Kuratus in Ostheim vor der Rhön, wo er die Kreuzberg-Wallfahrt ins Leben rief. 1984 übernahm er die Pfarrei Hammelburg und initiierte die Wallfahrt nach Vierzehnheiligen. Neben seiner Arbeit als Pfarrer engagierte sich Treutlein im Dekanat, unter anderem als stellvertretender Dekan sowie als Beauftragter für Priester- und Ordensberufe. Im Jahr 2000 wechselte er nach Würzburg-Grombühl und wurde Pfarrer von Sankt Josef. Dort wirkte er auch als Präses der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung und war für Liturgie und Kirchenmusik im Dekanat Würzburg-Stadt verantwortlich. Von 1997 bis 2012 war er Diözesanpräses der Schönstattbewegung im Bistum Würzburg. Als Initiator des Fränkischen Marienwegs steht er seit 2004 dem Förderverein vor und ist seit 2010 für die Pilgerseelsorge zuständig. 2014 wurde er Rektor der Wallfahrtskirche Käppele in Würzburg sowie Diözesan-Wallfahrtsseelsorger. Seit seiner Pensionierung im November 2023 lebt Treutlein im Kloster Banz und wirkt im Seelsorgebereich „Gottesgarten“ mit. Eine wichtige Stütze ist ihm seit über drei Jahrzehnte seine Pfarrhausfrau Ulrike Shanel.