Diözesantag für Ministranten in Vierzehnheiligen

„Mit! Mischen!“
Dreimal hallt der Schlachtruf über den Basilikavorplatz in Vierzehnheiligen, jedes Mal ein wenig lauter. Rund 500 Ministrantinnen und Ministranten machen deutlich: Sie wollen nicht nur am Altar mitwirken, sondern auch die Welt mitgestalten. Beim diözesanen Ministrantentag des Erzbistums Bamberg setzten sich insgesamt rund 700 Teilnehmende mit der Frage auseinander, wie eine gerechtere, nachhaltigere und lebenswertere Zukunft aussehen kann. Unter dem Motto „Minis mischen mit – mit Weihrauch und Herz für eine Welt, die anders läuft“, standen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen im Mittelpunkt. Sie umfassen unter anderem Gesundheit, Bildung, Gleichberechtigung und Klimaschutz. Der alle vier Jahre stattfindende Diözesantag brachte neben den Minis auch Begleitpersonen sowie haupt- und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer diesmal nach Vierzehnheiligen. „Das, was Papst Franziskus vor über zehn Jahren in seiner Enzyklika ‚Laudato si‘ über die Erde als unser gemeinsames Haus gesagt hat, ist immer noch aktuell“, betonte Anja Baumer-Löw, Referentin für Theologie und Spiritualität in der Jugendpastoral, zu Beginn. Angesichts der Nachhaltigkeitsziele stelle sich die Frage, wie alle ihrer gemeinsamen Verantwortung für die Erde gerecht werden könnten. Gemeinsam mit Tobias Bienert, Referent für Ministrantenpastoral, hatte sie den Tag vorbereitet. „Uns ging es darum, dass die Minis etwas lernen, Spaß haben und sich als Teil einer großen Gemeinschaft erleben“, erklärte Bienert. Zum Auftakt führte der diözesane Ministranten-Arbeitskreis spielerisch in das Thema ein. Benedict Traub schlüpfte auf der Bühne vor der Basilika in die Rolle der Weltkugel „Erdi“ und machte auf Herausforderungen wie Kriege, Naturkatastrophen und Streit im Schulalltag aufmerksam. Moderatorin Isabella Roppelt stellte die 17 Nachhaltigkeitsziele als gemeinsame Grundlage für ein gutes Leben weltweit vor. Anschließend starteten die Kinder und Jugendlichen in ihre Programme. Die Acht- bis Zwölfjährigen gestalteten im Diözesanhaus in 30 Gruppen jeweils einen Teil einer nachhaltigen Stadt. Auf kleinen Grundplatten entstanden verschieden Gebäude von der Schule über ein Rathaus, ein Museum, ein Windräder, eine Kläranlage, Polizei und Feuerwehr, ein Bahnhof bis hin zu einer Kirche. Nach der Mittagspause konnten die Gruppen ihre Stadtteile weiter verschönern. Bei Geschicklichkeitsspielen sammelten sie Punkte, die sie gegen zusätzliche Gestaltungselemente eintauschen konnten. Am Ende wurden alle Platten in der Basilika zu einer mehr als drei Quadratmeter großen Modellstadt zusammengesetzt. Für die 13- bis 18-Jährigen stand im Haus Frankenthal ein Planspiel auf dem Programm. In der Rolle fiktiver Länder suchten zwölf Jugendgruppen nach Lösungen für unterschiedliche Herausforderungen. Auf einer Innovationsmesse lernten sie mögliche Projekte kennen, etwa zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheitsversorgung. Anschließend wählten sie Ideen zur Umsetzung aus und erprobten bei einem Kooperationsspiel die Zusammenarbeit. Für den gemeinsamen Abschlussgottesdienst gestalteten sie außerdem eigene Landesflaggen. In der Basilika wurden schließlich sowohl die Modellstadt als auch die Fahnen präsentiert. Diözesanjugendpfarrer Gerd Richard Neumeier würdigte in seiner Predigt das Engagement der Jugendlichen: „In unseren Bamberger Minis hier steckt Riesenpotential, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.“ Dieses Potenzial hätten sie mit ihren Gestaltungen sichtbar gemacht. Was alle verbinde, sei ihr ehrenamtlicher Einsatz in den Heimatpfarreien. Ministrieren bedeute nicht nur, am Altar zu stehen: Die dabei gelebte Hilfsbereitschaft wirke auch im Alltag. Der Diözesantag zeigte damit eindrucksvoll: Eine bessere Welt beginnt nicht erst bei großen politischen Entscheidungen. Auch junge Menschen können mit ihren Ideen, ihrem Engagement und ihrem Gemeinschaftssinn etwas bewegen.