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Ehejubilare auf dem heiligen Berg.

Domkapitular Professor Dr. Elmar Koziel besprengte die Jubelpaare während des Gottesdienstes mit Weihwasser.
Um ihre Ehejubiläen zu feiern, gemeinsame Erfahrungen auszutauschen und auf die vergangenen Jahrzehnte zurückzublicken. Seit mehreren Jahren wird dieser besondere Brauch gepflegt und von den Ehepaaren gerne angenommen.
Datum:
Veröffentlicht: 9.8.26
Von:
Gerd Klemenz

In einer Zeit, in der Beziehungen häufig von Schnelllebigkeit geprägt sind, setzten 44 Ehepaare in Vierzehnheiligen ein bewusstes Zeichen für Beständigkeit, Vertrauen und gelebte Liebe. Paare, die seit 40, 50 oder sogar 60 Jahren miteinander verheiratet sind, kamen aus der gesamten Erzdiözese zusammen, um ihre Ehejubiläen zu feiern, gemeinsame Erfahrungen auszutauschen und auf die vergangenen Jahrzehnte zurückzublicken. Im Mittelpunkt stand dabei die Erkenntnis: Eine erfüllte Partnerschaft lebt nicht von Kontrolle, sondern von gegenseitigem Vertrauen, Verantwortung und der Bereitschaft, füreinander da zu sein. Unter dem Motto „Jeden Morgen weckt er mein Ohr …“, hatte der geistliche Rektor der Bildungs- und Tagungshäuser Vierzehnheiligen, Domkapitular Professor Dr. Elmar Koziel, die Jubelpaare zu einem gemeinsamen Wochenende ins Diözesanhaus eingeladen.

Schon Gute Tradition.

Seit mehreren Jahren wird dieser besondere Brauch gepflegt und von den Ehepaaren gerne angenommen. Gemeinsam mit Franziskusschwester Christina Schirner und Gemeindereferentin Elfi Lurz aus Weißenbrunn, hatte Koziel ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Gespräche, Begegnungen und Vorträge boten ebenso Gelegenheit zum Austausch, wie ein bunter Abend und eine Matinee mit dem Bamberger Geschichtenerzähler Erik Berkenkamp. Dabei standen nicht nur die persönlichen Ehegeschichten der Teilnehmer im Mittelpunkt. 


Ein Besonderes Wochenende in Vierzehnheiligen


Die Jubelpaare konnten ihre Erfahrungen miteinander teilen und darüber sprechen, was eine langjährige Partnerschaft trägt. Christina und Jürgen Obermann aus dem Bistum Erfurt, die kürzlich ihre Goldene Hochzeit feierten, waren von der besonderen Atmosphäre tief bewegt. „Bei uns gibt es nur einen Gottesdienst mit dem Bischof. Aber so ein ganzes Wochenende – das ist etwas ganz Besonderes“, berichteten sie. Auch Maria und Erwin Stern aus Pinzberg, die sich auf ihre Diamantene Hochzeit vorbereiten, zeigten sich begeistert. Georg und Hildegard Schmidt, die in diesem Jahr ihre Rubinhochzeit feiern, beschrieben die Tage als wertvolle Gelegenheit zum Innehalten – nachdenklich, zugleich heiter und mit einem neuen Blick auf das gemeinsame Leben. Höhepunkt des Wochenendes war der feierliche Dankgottesdienst in der Basilika Vierzehnheiligen. In seiner Predigt stellte Professor Koziel das „Achtgeben“ in den Mittelpunkt. Gerade in einer langjährigen Partnerschaft sei es wichtig, aufmerksam aufeinander zu schauen, Verantwortung füreinander zu übernehmen und den anderen in schwierigen Situationen zu unterstützen. Zugleich warnte er davor, Fürsorge mit Kontrolle zu verwechseln. Wer aus Angst vor möglichen Risiken das Leben des Partners zu stark einschränke, nehme der Beziehung ihre Lebendigkeit. Mit Blick auf Bertolt Brechts Gedicht „Morgens und abends zu lesen“, machte Koziel deutlich, dass Vorsicht und Vertrauen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen müssen. „Achtgeben ist kein Kontrollinstrument, sondern ein Ausdruck von Vertrauen und Verantwortung“, betonte er. Entscheidend sei, dass dieses Handeln aus Liebe heraus geschehe. Sie gebe den Partnern die Kraft, einander zu schützen und gleichzeitig den notwendigen Freiraum zu lassen.

Warum bekam der Ehemann die Rose?

Wie lebendig diese Liebe auch nach Jahrzehnten sein kann, wurde während des Gottesdienstes in einer kleinen, aber symbolträchtigen Geste sichtbar: Die Ehemänner überreichten ihren „Liebsten“ eine Rose als Zeichen der Verbundenheit. Romantische Blicke und herzliche Gesten machten deutlich, dass das Feuer der Liebe auch nach 40, 50 oder 60 gemeinsamen Jahren noch brennen kann. Nach dem Gottesdienst zogen die Jubelpaare, angeführt von Kirchenschweizer Daniel Reitz, durch den Haupteingang der Basilika. Ein gemeinsames Erinnerungsfoto auf den Stufen, Begegnungen, Gespräche und ein abschließendes Mittagessen rundeten die Feierlichkeiten ab. Das Wochenende in Vierzehnheiligen war damit weit mehr als ein Rückblick auf vergangene Ehejahre. Es wurde zu einem Zeichen dafür, dass Liebe mit den Jahren nicht zwangsläufig an Kraft verliert, sondern wachsen und reifen kann. Die 44 Jubelpaare machten eindrucksvoll deutlich, dass eine tragfähige Partnerschaft von Vertrauen, Aufmerksamkeit, gegenseitigem Respekt und der Bereitschaft lebt, den gemeinsamen Weg immer wieder neu miteinander zu gestalten.

Haben Sie nächstes Jahr 2027 auch ein Ehejubiläum ? Und möchten zu diesem Besonderen Wochende nach Vierzehnheiligen?
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