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Fahrzeugsegnung 2026

Auch Fahrräder und Motorräder waren nach Vierzehnheiligen gekommen.
Datum:
Veröffentlicht: 26.7.26
Von:
Gerd Klemenz

Bei strahlendem Sommerwetter strömten am Sonntagnachmittag zahlreiche Gläubige und Besucher zur Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen, um an der traditionellen Christophorus-Andacht teilzunehmen. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die Verehrung des Schutzpatrons der Reisenden, sondern auch die anschließende Segnung von Fahrzeugen – ein Brauch, der für viele Menschen bis heute eine große persönliche Bedeutung hat.

Der heilige Christophorus, dessen Gedenktag die katholische Kirche am 24. Juli begeht, gilt seit Jahrhunderten als verlässlicher Begleiter auf allen Wegen. Bekannt ist vor allem seine Darstellung als kräftiger Mann, der ein Kind auf den Schultern durch einen Fluss trägt. Als einer der 14 Nothelfer wird er in vielfältigen Anliegen angerufen, insbesondere zum Schutz vor Gefahren im Straßenverkehr und auf Reisen. In der Andacht griff Pater Werner die Legende aus dem 13. Jahrhundert auf. Darin wird Christophorus als Riese beschrieben, der sich auf die Suche nach dem mächtigsten Herrscher macht, um diesem zu dienen. Diese Erzählung, so der Franziskanerpater, stehe sinnbildlich für die menschliche Sehnsucht nach Orientierung und einem tieferen Sinn im Leben. Christophorus verkörpere einen Menschen, der sich immer wieder neu auf den Weg macht und dabei Vertrauen entwickelt. Zum Ende erklärte der Franziskanerpater, dass Christophorus unter anderem Patron des Straßenverkehrs, der Furten und Bergstraßen, der Schiffer, Flößer, Fährleute, Brückenbauer, Seeleute, der Soldaten, Pilger, Autofahrer, Bergleute, Zimmerleute, Hutmacher, Färber, Buchbinder, Goldschmiede, Schatzgräber, Obsthändler, Gärtner und Athleten sei. Er wird außerdem gegen Seuchen, Epilepsie, den unerwarteten Tod, körperliche Leiden und Unwetter angerufen. Im Anschluss an die Andacht versammelten sich zahlreiche Fahrzeuge auf dem gut gefüllten Basilikavorplatz. Neben Autos und Motorrädern warteten auch viele Fahrräder sowie einzelne landwirtschaftliche Maschinen auf den Segen. Die Teilnehmenden kamen nicht nur aus der Region, sondern teils von weit her angereist. Ein Ehepaar aus Limburg etwa nutzte seinen Urlaub in Oberfranken, um die Segnung in Vierzehnheiligen zu empfangen. „Es ist uns wichtig, unser Fahrzeug segnen zu lassen, damit wir sicher unterwegs sind und gut nach Hause kommen“, erklärten sie. Auch Besucher aus dem Nürnberger-, Erlanger-, Coburger-, Bamberger Land sowie den umliegenden Orten folgten der Einladung. Für viele gehört es zur festen Tradition, insbesondere neue Fahrzeuge unter den Schutz des Heiligen zu stellen. So berichtete ein Teilnehmer, dass er eigens mit seinem neuen Wagen zur Basilika gekommen sei, um die Segnung zu erhalten. Neben privaten Autos waren auch ein Traktor sowie ein Wohnmobil vor Ort, dessen Besitzer sich auf eine bevorstehende Urlaubsreise vorbereiten.

Die große Resonanz zeigte eindrucksvoll, dass der Glaube an den Schutz des heiligen Christophorus auch in der heutigen Zeit lebendig ist. Die Verbindung von religiöser Tradition und persönlicher Lebenswirklichkeit verleiht der Fahrzeugsegnung dabei eine besondere Bedeutung – als Ausdruck von Vertrauen, Dankbarkeit und der Hoffnung auf eine sichere Fahrt.