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Fest des Heiligen Nothelfers Georg

Namenstag gemeinsam begehen: Um die 200 „Görchn“ feierten einen festlichen Gottesdienst in der Basilika Vierzehnheiligen, den der Guardian Pater Maximilian zusammen mit Pfarrer Reinhard Georg Strauch aus Bayreuth zelebrierte.
Datum:
Veröffentlicht: 23.4.26
Von:
Gerd Klemenz

Am Gedenktag des heiligen Georg wurde die Basilika Vierzehnheiligen zum Treffpunkt zahlreicher Georgs und Georginen aus nah und fern. Seit Jahrzehnten hat diese besondere Tradition ihren festen Platz im Jahreslauf der Wallfahrtsstätte. Namensträger des beliebten Heiligen kommen zusammen, um ihren Ehrentag in festlicher Gemeinschaft zu feiern und ihre Verbundenheit mit ihrem Namenspatron zu bekräftigen.

Den Festgottesdienst am Gnadenaltar zelebrierte Guardian Pater Maximilian gemeinsam mit Pfarrer Reinhard Georg Strauch aus Bayreuth. Für die feierliche musikalische Gestaltung sorgte Basilika-Organist Georg Hagel, der den Gottesdienst eindrucksvoll bereicherte. Bereits zu Beginn hob Pater Maximilian die besondere Bedeutung des heiligen Georg hervor. Als Patron des Bamberger Doms, Schutzheiliger der Region und einer der vierzehn Nothelfer sei er tief mit der fränkischen Heimat verbunden. Seit Jahrhunderten stehe er für Mut, Standhaftigkeit und Vertrauen auf Christus. Die Darstellung als Drachentöter sei weit mehr als eine Legende – sie sei ein kraftvolles Zeichen dafür, dass der Glaube stärker ist als Angst und Dunkelheit. In seiner Predigt zeichnete der Franziskanerpater das vertraute Bild des heiligen Georg als Ritter hoch zu Ross, mit Helm, Schild, Schwert und der Lanze, die den Drachen durchbohrt. Historisch ist über sein Leben nur wenig gesichert. Bekannt ist, dass Georg während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian um das Jahr 305 als Märtyrer starb, vermutlich in Lydda im heutigen Israel. Berühmt wurde vor allem die Legende vom Drachen. Ein Ungeheuer verwüstet das Land und fordert zunächst Schafe, später sogar Menschenopfer. Als das Los auf die Tochter des Königs fällt, greift Georg ein, besiegt den Drachen und rettet das Volk. Für Pater Maximilian liegt darin eine zeitlose Botschaft: Der Sieg über das Böse gelingt durch Glauben, Mut und Entschlossenheit. Auch heute stehe der Drache für alles, was das Zusammenleben bedrohe: Krieg, Terror, Hass und gesellschaftliche Spaltung. Er zeige sich in Angriffen auf Freiheit und Demokratie, in Antisemitismus und Nationalismus, in Intoleranz gegenüber anderen Meinungen und im verantwortungslosen Umgang mit der Schöpfung. „Jede Zeit kennt ihre eigenen Drachen“, betonte Pater Maximilian. Der Ruf „Hab Mut, steh auf!“ sei deshalb aktueller denn je. Ein besonderer Moment war die Begrüßung des jüngsten Namensträgers. Georg Lohneis, einer der Vorsitzenden des Georgen-Komitees, hieß den am 21. Oktober 2025 geborenen Georg Ernst aus Unnersdorf willkommen, der gemeinsam mit seinen Eltern Volker und Maria sowie seiner Großmutter Amanda nach Vierzehnheiligen gekommen war. Zugleich gedachte Lohneis den verstorbenen Mitglieder des Georgentag-Komitees.

Beim anschließenden Beisammensein in der Brauerei Trunk, bot sich reichlich Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen und zum Austausch. So wurde einmal mehr deutlich: Die Verehrung des heiligen Georg ist in Vierzehnheiligen lebendige Tradition und gelebte Gemeinschaft zugleich.

Georgentag-Komitee 

Der Name Georg hat in Oberfranken eine lange Tradition – und in Vierzehnheiligen wird sie bis heute mit besonderem Engagement gepflegt. Jedes Jahr am 23. April, dem Gedenktag des heiligen Georg, versammeln sich dort zahlreiche Namensträgerinnen und Namensträger, um gemeinsam ihren Namenstag zu feiern. Was einst mit weit über hundert Teilnehmern eine feste Größe im Wallfahrtskalender war, ist inzwischen deutlich kleiner geworden. Denn auch vor traditionsreichen Vornamen macht der Wandel der Zeit nicht halt: In Geburtsanzeigen ist Georg heute nur noch selten zu finden. Umso engagierter setzt sich das Georgentag-Komitee dafür ein, die Erinnerung an diesen klangvollen und geschichtsträchtigen Namen lebendig zu halten. Dem Komitee gehören derzeit Georg Lohneis und Georg Donath als Vorsitzende sowie Georg Kronecker an. Seit vielen Jahren organisieren sie nicht nur die festliche Feier in Vierzehnheiligen, sondern verfolgen auch ein besonderes Anliegen: Junge Familien wieder für den Namen Georg zu begeistern. Dazu haben die engagierten Organisatoren vor einiger Zeit eine schöne Tradition ins Leben gerufen. Immer wenn in der Region ein kleiner Georg geboren wird, erhält er vom Komitee ein Geschenk und eine eigens ausgestellte Urkunde, die ihn herzlich im Kreis der Georgs willkommen heißt. Auf diese Weise soll der Name stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt und seine Bedeutung als traditionsreicher Vorname hervorgehoben werden. Schließlich steht der heilige Georg seit Jahrhunderten für Mut, Standhaftigkeit und Hilfsbereitschaft – Werte, die auch heute nichts von ihrer Bedeutung verloren haben. Entsprechend groß war die Freude, als die Mitglieder des Georgentag-Komitees kürzlich den kleinen Georg Ernst aus Unnersdorf in Vierzehnheiligen begrüßen konnten. Der am 21. Oktober geborene Junge nahm gemeinsam mit seinen Eltern Volker und Maria sowie seiner Großmutter Amanda die Glückwünsche, das Geschenk und die Urkunde entgegen. Ein herzliches Willkommen für einen neuen Georg – und ein weiteres schönes Zeichen dafür, dass diese liebenswerte Tradition auch in Zukunft fortbestehen wird.