Fränkisches Mariensingen

In der Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen ist eine Marienandacht mit fränkischen Liedern und Texten auf große Resonanz gestoßen. Rund 350 Besucher erlebten ein eindrucksvolles Mariensingen, das religiöse Besinnung mit regionaler Musikkultur verband. Die etwa 70-minütige Veranstaltung hinterließ einen nachhaltigen Eindruck – viele der Anwesenden hätten den stimmungsvollen Nachmittag gerne noch länger fortgesetzt. Verantwortlich für die musikalische Gestaltung waren die beiden Ensembles „Graatzer Dreigesang“ und „Kemmärä Kuckuck“. Mit viel Gespür für Klang und Ausdruck präsentierten sie ein abwechslungsreiches Programm aus traditionellen Marienliedern, Instrumentalstücken und besinnlichen Texten. Bereits das einleitende Instrumentalstück setzte einen feierlichen Akzent und stimmte die Zuhörer auf die Andacht ein. Im weiteren Verlauf wechselten sich Gesang und Instrumentalmusik harmonisch ab. Bekannte Marienlieder wie „Maria Maienkönigin“, dessen Text auf den Schriftsteller Guido Görres zurückgeht, oder „Maria Himmelsfreud“ luden die Besucher zum Mitsingen ein. Auch Stücke wie „Zu dir o Maria“, die „Grüssauer Marienrufe“ sowie „Gegrüßet seist du, Königin“ wurden gemeinsam angestimmt und sorgten für eine dichte, gemeinschaftliche Atmosphäre. Zwischen den musikalischen Beiträgen brachte Hans-Dieter Ruß immer wieder kurze, nachdenkliche Texte in fränkischer Mundart ein. Diese sorgten für ruhige Momente der Besinnung und verliehen der Andacht eine persönliche Note. Emotional besonders berührend waren Darbietungen wie „Mutter Maria“ und „Ave, Glöcklein“, die durch ihre einfühlsame Interpretation eine intensive spirituelle Stimmung entstehen ließen. Der „Graatzer Dreigesang“ überzeugte darüber hinaus mit Liedern wie „Mutter Christi“, „Maria ging im Garten“ und dem „Abendgruß an Maria“. Immer wieder gelang es den Mitwirkenden, das Publikum aktiv einzubeziehen und zum Mitsingen zu bewegen. So wurde die Andacht nicht nur zu einem musikalischen, sondern auch zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis. Den Abschluss bildeten der Segen durch Pater Maximilian sowie das gemeinsam gesungene „O himmlische Frau Königin“. Mit der Zugabe „Dem Leben vertraun“ fand die Veranstaltung einen stimmigen Ausklang. Der langanhaltende Applaus zeigte die große Wertschätzung der Besucher für die Darbietungen. Veranstaltet wurde die Maiandacht vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege e.V. gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Fränkische Volksmusik Bezirk Oberfranken. Die gelungene Verbindung aus gelebtem Glauben, musikalischer Qualität und fränkischer Tradition machte den Nachmittag zu einem besonderen Erlebnis und unterstrich eindrucksvoll die Bedeutung regionaler Kulturpflege.