Zum Inhalt springen

Vierzehnheiligenfest 2024

Jugendliche und Erwachsene aus der Region trugen die Figuren der 14 Nothelfer auf Holzstangen in eine Prozession um die Basilika.
Datum:
Veröffentlicht: 17.5.24
Von:
Tobias Hartmann

Zu den Höhepunkten des Kirchenjahres in Vierzehnheiligen gehört das Fest der heiligen 14 Nothelfer, das an Muttertag in der Wallfahrtsbasilika gefeiert wurde. Das Pontifikalamt mit dem emeritierten Bamberger Erzbischof Ludwig Schick am Vormittag und die Nothelferprozession am Nachmittag werden in Erinnerung bleiben.

Beeindruckend war zudem die Darbietung des katholischen Kirchenchor und das Orchester der Pfarrei „Sankt Thomas“ aus Trockau. Mit der Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart und der Kantate „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ von Johann Sebastian Bach, begeisterten sie die Gläubigen.

Die festlichen Gewänder der Geistlichkeit, eine geschmückte Basilika sowie die musikalische Gestaltung bildeten den Rahmen für ein außergewöhnliches Ereignis. Guardian Maximilian begrüßte zu Gottesdienstbeginn die kirchlichen und weltlichen Würdenträger.

In seiner Predigt rief Erzbischof em. Schick dann zu einem breiten Dialog über die Werte Geduld, Respekt, Wohlwollen, Mäßigung, Friedfertigkeit und Gewaltlosigkeit auf. „Das Bitten ist nicht nur im religiösen Leben ein Auslaufmodell geworden, sondern auch in unserem Alltag.

Papst Franziskus hat schon vor einigen Jahren festgestellt, dass vor allem die Worte Bitte, Danke und Entschuldigung bei uns fehlen. Er sagte auch, dass gerade diese drei Worte wichtig seien und neu gelernt werden müssen“, so Schick. Im Augenblick werden die Gewalttätigkeiten gegen die Politikerinnen und Politiker beklagt. Es sei völlig unakzeptabel, dass Menschen, die sich in der Öffentlichkeit engagieren, angegriffen werden. Aber auch die Gewalt in den Familien nehme zu – besonders schlimm sei es während der Coronapandemie gewesen.

Werte und Tugenden müssen ihm zufolge in der Erziehung und Bildung eine größere Rolle spielen, vom Kindergarten angefangen, über die Schulen bis hin zur Erwachsenenbildung.

Das Fest der 14 Nothelfer könne uns lehren, dass wir eben Menschen sind, die der Mitmenschen bedürfen. „Wir sind keine absolut selbstbestimmte Menschen, die alles selbst bewältigen können. Wir sind soziale Wesen, die aufeinander angewiesen sind und im guten Miteinander ihr Glück machen. Das drückt man durch Bitten, Danken und Entschuldigung aus“, so Schick.

Diese drei Worte müsse man wieder lernen, weil wir sonst unmenschlich werden. Dann wird auch die Gewalttätigkeit überall noch mehr zunehmen und unsere sozialen Tugenden wie Demut, Mäßigung, Respekt, Achtung, Geduld, Langmut immer noch mehr verlernt und verschwinden. „Menschlich werden wir durch Bitten, Danken, Entschuldigen, den Mitmenschen und Gott gegenüber“, so Bischof Schick zum Schluss.

Auch am Nachmittag zur Andacht war die Basilika wieder gut gefüllt. „Wallfahrtsorte haben eine besondere Anziehungskraft. Heute sind wir zusammengekommen, um die 14 Nothelfer zu ehren, die vor 578 Jahren hier mit dem Jesus Kind erschienen sind“, so Pater Stanislaus zu Beginn.

Als Erinnerung an dieses Ereignis wurden nach der Predigt durch Jugendliche und Erwachsene aus der Region die Figuren der 14 Nothelfer auf Holzstangen in eine Prozession um die Basilika getragen. Dabei umrundeten die zahleichen Gläubigen zweimal das Gotteshaus und Pater Stanislaus trug die Monstranz unter dem Baldachin. Die Gesänge bereicherten die Ansbachtaler Musikanten aus Roth.