Vierzehnheiligenfest 2026

Sie gaben der weit über das Maintal hinaus bekannten Basilika ihren Namen und viele Katholiken dienen sie auch heute noch als Fürsprecher in schweren Lebensphasen – die 14 Heiligen.
Viele Gläubige kamen am Muttertagssonntag bei herrlichem Bilderbuchwetter zum Pontifikalamt anlässlich des Festes der 14 Nothelfer in die Wallfahrtsbasilika. Die festlichen Gewänder der Geistlichkeit und eine geschmückte Basilika bildeten den Rahmen für ein außergewöhnliches Ereignis auf dem „heiligen Berg“. Georg Hagel spielte gekonnt die große Rieger Orgel und es war ein Erlebnis ihn zu hören. Besonders beeindruckend war der katholische Kirchenchor und das Orchester der Pfarrei „Sankt Thomas“ aus Trockau unter der Leitung von Ottmar Schmitt, die den Festgottesdienst mit der Orgelsolomesse des Benediktinerpaters Bonifaz Stöckl bereicherten. Erzbischof Herwig Gössl zelebrierte einen feierlichen Gottesdienst in der Wallfahrtsbasilika im „fränkischen Bethlehem“. Mitzelebranten waren Guardian Pater Maximilian, Domkapitular Professor Dr. Elmar Koziel sowie Diakon Michael Partes aus Coburg.
"Die Wallfahrer seien dafür ein Vorbild"
In seiner Predigt stellte Erzbischof Herwig Gössl die Frage nach dem Wert des „Unscheinbaren“ im Glauben. Ein Jahr nach der Wahl von Papst Leo XIV. werde dieser in den Medien oft als „langweilig“ bezeichnet – zu wenig Schlagzeilen, zu wenig Konfrontation. Erst politische Angriffe hätten ihn wieder ins Rampenlicht gerückt. Gössl kritisierte diese Fixierung auf Aufmerksamkeit und Konflikt. Schon immer hätten Menschen eine Vorliebe für spektakuläre Auseinandersetzungen gehabt – von Gladiatorenkämpfen bis zu modernen Talkshows. Das Alltägliche hingegen gelte schnell als uninteressant. Auch der Blick auf die 14 Nothelfer sei davon geprägt: Märtyrer-Schicksale wirken dramatisch. Doch ihre eigentliche Bedeutung liege tiefer. Sie seien keine Helden aus eigener Kraft, sondern Zeugen für Christus, dessen Stärke im Verborgenen wirke. Anhand des heiligen Ignatius von Loyola zeigte Gössl, dass gerade scheinbar „langweilige“ geistliche Texte nachhaltige Kraft schenken können. Wahre Tiefe entstehe nicht durch Effekte, sondern durch Beständigkeit: im Gebet, in der Eucharistie und in einem von Respekt geprägten Alltag. Kirche dürfe sich nicht im Wettbewerb der Unterhaltung verlieren. Entscheidend sei eine tragfähige Glaubenspraxis. „Du bewegst die Welt“ – dieses Motto bedeute Verantwortung: das eigene Leben bewusst am Guten auszurichten.
Die Wallfahrer seien dafür ein Vorbild. Schritt für Schritt, getragen von Gebet und Gemeinschaft, richten sie sich auf Gott aus. Letztlich bewege Gottes Liebe die Welt – und die Antwort des Menschen könne nur Liebe sein.
Auch am Nachmittag füllte sich die Basilika erneut. Nach einer Andacht mit einer Ansprache von Guardian Pater Maximilian zog eine feierliche Prozession um das Gotteshaus. Gläubige aus der Region trugen die Figuren der 14 Nothelfer, begleitet von den Ansbachtaler Musikanten aus Roth. Zweimal umrundeten zahlreichen Gläubigen das Gotteshaus, dabei trug Pater Stanislaus die Monstranz unter dem Baldachin – ein eindrucksvolles Zeichen lebendigen Glaubens und gelebter Gemeinschaft.