Wallfahrt des Dekanats Coburg

Unter dem Leitwort „Du bewegst die Welt“ machten sich am Samstagnachmittag zahlreiche Gläubige aus den vier Seelsorgebereichen des katholischen Dekanats Coburg auf den Weg zur Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen. Der Pilgerzug startete am Adam-Kühnert-Weg in Seubelsdorf und verband gemeinschaftliches Glaubenszeugnis mit einem aktuellen Gedenken: Die Diözese stellt das Jahr 2026 unter dieses Motto und erinnert damit an Pater Rudolf Lunkenbein, dessen 50. Todestag begangen wird. Musikalisch begleitet von einer Abordnung der Marktgraitzer Blaskapelle zog die Pilgergruppe hinauf zum „heiligen Berg“. Dort wurden die Teilnehmer von Kirchenschweizer Daniel Reitz und Franziskanerpater Johannes empfangen und feierlich in die päpstliche Basilika geleitet. Den Wallfahrtsgottesdienst gestalteten Dekan Lars Rebhan, Pfarrvikar Andreas Stahl von St. Augustin sowie Pfarrer Walter Ries, leitender Pfarrer des Seelsorgebereichs Gottesgarten, der zugleich die Predigt hielt. Für die musikalische Umrahmung sorgte Basilikaorganist Georg Hagel an der großen Rieger-Orgel. In seiner Ansprache erinnerte Pfarrer Ries eindrücklich an Pater Lunkenbein. Persönliche Begegnungen aus seiner Jugendzeit seien ihm bis heute lebendig geblieben. Lunkenbein habe von seiner Arbeit unter indigenen Gemeinschaften in Brasilien berichtet und viele Menschen durch seine Haltung geprägt. Wenige Wochen nach seiner Rückkehr habe er von zunehmenden Schwierigkeiten geschrieben, bevor er schließlich gemeinsam mit einem Indigenen von Siedlern erschossen wurde. Sein mutiger Einsatz wirke bis heute nach und habe auch ihn selbst auf seinem Weg zum Priestertum bestärkt, so Ries. Vor diesem Hintergrund stellte der Geistliche die Frage nach der Bedeutung des Mottos „Du bewegst die Welt“ für die Gegenwart. Viele Menschen zweifelten daran, ob ihr persönlicher Beitrag überhaupt etwas bewirken könne. Doch Veränderung beginne im Kleinen: im eigenen Umfeld, in der Familie, am Arbeitsplatz oder im Freundeskreis. Entscheidend sei ein respektvoller und aufmerksamer Umgang miteinander. Oft seien es unscheinbare Gesten wie ein freundliches Wort, ein offenes Ohr oder ein Lächeln, die das Leben anderer bereichern. Mit einem Zitat von Mutter Teresa verdeutlichte Ries diese Haltung: Niemand solle einem Menschen begegnen, ohne dass dieser danach ein wenig glücklicher sei. Wer so lebe, verändere nicht nur andere, sondern auch sich selbst. Beziehungen gewönnen an Tiefe, und das eigene Leben erhalte mehr Sinn. Das Evangelium rufe dazu auf, jederzeit damit zu beginnen – unabhängig vom Alter oder der Lebenssituation. Nach dem Gottesdienst stärkten sich die Pilger, bevor sie bei Einbruch der Dunkelheit zur Lichterprozession aufbrachen. Im Schein zahlreicher Kerzen machten sie sich auf den Rückweg nach Seubelsdorf. Dort fand die diesjährige Dekanatswallfahrt mit dem Marienlied „Segne du, Maria“ ihren feierlichen Abschluss. Dekan Rebhan dankte allen Beteiligten, die zum Gelingen der Wallfahrt beigetragen hatten.