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Wallfahrt für Menschen mit Behinderungen

Rund 250 Pilger waren in der Basilika beim Wallfahrtsgottesdienst.
Datum:
Veröffentlicht: 18.7.26
Von:
Gerd Klemenz

Mit einer eindrucksvollen Botschaft über die Kraft kleiner Gesten stand die diesjährige Wallfahrt für behinderte und nichtbehinderte Menschen nach Vierzehnheiligen unter dem Leitwort „Kleines Senfkorn“. Rund 250 Pilger folgten der Einladung der Katholischen Landvolkbewegung Bamberg, der Behindertenseelsorge Bamberg und des Katholischen Deutschen Frauenbundes Bamberg. Gemeinsam setzten sie ein Zeichen für gelebte Inklusion, Gemeinschaft und christliche Nächstenliebe. Vom Seubelsdorfer Kreuz zog der Wallfahrtszug, begleitet von einer Abordnung der Musiker aus Dankenfeld, zur Basilika Vierzehnheiligen. Der gemeinsame Weg bot Zeit für Besinnung, Gespräche und Begegnungen. Ob mit Worten, Gebärden oder einem Lächeln – die Verständigung gelang über alle Grenzen hinweg. Am Südportal der Basilika empfingen Kirchenschweizer Daniel Reitz und Pater Stanislaus Wentowski die Pilger mit Weihwasser. Zahlreiche Helferinnen, Helfer und Angehörige unterstützten die Wallfahrt und ermöglichten vielen Menschen mit Behinderung die Teilnahme an diesem besonderen Tag. Die Basilika wurde zu einem Ort der Lebensfreude. Der Chor „Auftakt“ der Lebenshilfe Bamberg, unter der Leitung von Susanne Holdrich, gestaltete den Gottesdienst gesanglich. Auch Organist Tim Riedl setzte an der großen Rieger-Orgel mit einfühlsamen Variationen besondere Akzente. Hauptzelebrant des Wallfahrtsamtes war Domkapitular Professor Dr. Elmar Koziel. Für gelebte Barrierefreiheit sorgten Pastoralreferent Albin Zeck und Gemeindereferentin Manuela Cornet, die Gebete und Texte in die deutsche Gebärdensprache übersetzten. Damit konnten auch gehörlose Gläubige den Gottesdienst aktiv mitfeiern. In seiner Predigt griff Professor Dr. Elmar Koziel das Gleichnis vom Senfkorn auf. Wie aus einem kleinen Samen ein großer Baum wächst, könnten auch kleine Zeichen der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft Großes bewirken. Nicht außergewöhnliche Leistungen veränderten die Welt, sondern oft die unscheinbaren Gesten des Alltags. Zur Veranschaulichung erzählte Koziel von einem Gruppenmitglied, dessen Freude über eine gute Nachricht auf dem Handy die ganze Gruppe ansteckte. Ein weiteres Beispiel handelte von einer jungen Frau, die einer älteren Dame auf einem Supermarktparkplatz half, heruntergefallene Einkäufe wieder einzupacken. Solche spontanen Hilfsaktionen seien ein Vorbild und könnten andere Menschen zum Mitmachen ermutigen. Die zentrale Botschaft des Gottesdienstes lautete: Jeder Mensch kann mit kleinen Zeichen der Nächstenliebe dazu beitragen, die Welt menschlicher und lebenswerter zu machen. So wurde die Wallfahrt nach Vierzehnheiligen erneut zu einem eindrucksvollen Bekenntnis für Inklusion, Solidarität und christliche Gemeinschaft – ganz im Sinne des Mottos „Kleines Senfkorn“, aus dem Großes wachsen kann.