Transitus –(Hin) Übergang

Es ist 800 Jahre her, dass der Hl. Franziskus starb. In seinen letzten Lebensjahren, die von Krankheit, Schwäche und Abschied geprägt waren, näherte er sich nicht nur körperlich dem Tod, sondern auch spirituell. Seine grundlegende Sicht auf die Welt war, in allem seine Schwestern und Brüder zu erkennen. Gott, der Vater und Schöpfer, ist der Ursprung, die Quelle und der Initiator allen Lebens und Seins. Diese Erkenntnis verdichtet sich im Gedicht des Sonnengesangs oder, wie er auf Italienisch heißt: dem Lobgesang der Geschöpfe.
In diesem Lied finden sich nicht nur greifbar Geschaffenes als Schwester und Bruder, sondern auch Immaterielles wie Versöhnung, Geduldig-Ertragen, Friede, Tod. Auch dafür findet Franziskus geschwisterliche Namen.
Der Tod ist im Deutschen ein männliches Substantiv, aber in vielen Sprachen lateinischen Ursprungs, ist der Tod weiblich. Für mich spannend dabei ist, dass trotzdem der Tod in der Kunst auch in diesen Sprachgebieten männliche Züge erhielt. Als Italiener ist es daher grammatikalisch konsequent, dass Franziskus den Tod als Schwester bezeichnet. Damit verbunden ist aber, dass es eine neue, weichere, sanftere Sicht auf dieses gefürchtete Moment des Lebens zeigt. Franziskus erfährt viel Zuneigung und Liebe durch die Pflege in San Damiano, dem Kloster von Klara und ihren Schwestern. Mag sein, dass dies ihn inspiriert, den Tod nicht zu fürchten.
Franziskus geht bewusst auf den Tod zu. Er lässt sich ein auf das Abschiednehmen. Er ist vorbereitet, wenn es soweit ist, hinüberzugehen in das neue Land, das neue Leben. Der Tod ist für ihn eine Schwester, die ihn an der Hand nimmt und bei dem Schritt über die Schwelle begleitet.
Wir wissen alle nicht, wie das ist, nach dem Tod. Aber der Blick des Franziskus lädt auch uns ein, mit weniger Angst, mit mehr Vertrauen und Hoffnung auf die Auferstehung zuzugehen.
In diesem Jahr jährt sich der Todestag des Hl. Franziskus zum 800. Mal. Die Franziskanische Familie mit allen Ordenszweigen feiert jedes Jahr mit einer kleinen Liturgie dieses Gedächtnis. Eine herzliche Einladung, dies am 3. Oktober mit uns gemeinsam zu tun.
Feier des Transitus
des Hl. Franziskus
Samstag, 03. Oktober 2026
18:00 Uhr in der Basilika Vierzehnheiligen
zusammen mit den Franziskanern und den Franziskusschwestern